Wer zahlt für die Energiewende?

Der Strom wird heutzutage bereits zu einem Viertel aus erneuerbarer Energie gewonnen. Dieser Anteil soll in den nächsten Jahrzehnten noch auf 80 Prozent ansteigen. Erst einmal sind jedoch enorme Investitionen notwendig, um an dieses Ziel zu gelangen. Bereits im September wurde über den Energiewandel debattiert. Der Staat wird jedoch nicht alleine für die Unkosten aufkommen. Der Staat will von insgesamt 1,65 Milliarden Euro gerade mal 465 Millionen für die direkte Förderung ausgeben. Damit bleiben die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr sehr stabil, aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Wie wirkungsvoll die Energiewende gestaltet werden kann bleibt also fraglich. Auch Energiefonds bleibt hinter den Erwartungen vieler Beobachter zurück. Die Regierung hatte eigentlich geplant ein Sondervermögen für die Wende anzuhäufen. Dies konnte jedoch nicht realisiert werden. Bis zum kommenden Jahr können nur 650.000.000 Euro für die Energiewende angespart werden. Dies liegt daran, dass die Preise im Handel mit Emissionsrechten stark gesunken sind. Die Erlöse daraus hatte die Regierung eingeplant, um die Energiewende zu finanzieren. Sollten die Einnahmen weiterhin ausbleiben, dann entsteht eine Finanzierungslücke.

Finanzierung gesichert?

Es wurde bereits vor einer Unterfinanzierung der Energiewende gewarnt. Der Ausbau von Stromnetzen sei unter den Voraussetzungen nicht realisierbar. Die Regierung wurde schon mehrmals kritisiert, dass durch solche Luftbuchtungen der Erfolg des Projektes gänzlich ausbliebe. Dies ist ein Vorwurf, der für viele andere Meinungsträger ins Leere läuft, da der Bau neuer Windräder und Solaranlagen eine falsche Strategie sei. Es hat schließlich keiner Interesse an diesen Solaranlagen, wenn der Strom nicht genutzt werden kann, da die Netze und Verteiler nun mal fehlen. In den nächsten Monaten soll also nicht die Erzeugungsanlage angesteuert werden, sondern die Infrastruktur der Stromnetze.

Netzausbau contra Umweltschutz

Konflikte beim Netzausbau und der Planung neuer Netze sind vorprogrammiert, da die Bürger protestieren werden. Diese werden sich übergangen fühlen, da der Umweltschutz als gefährdet angesehen wird. Ehe der Minister sich um diese Problematik kümmern kann, muss die Debatte um die extrem angestiegenen Strompreise entschärft werden. Im Jahr 2000 konnte der Endverbraucher noch mit 14 Cent pro Kilowattstunde seinen Strom beziehen. In diesem Jahr kostet der Strom bereits 26 Cent pro kWh. Für diese Preisexplosionen werden vor allem die erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Andere wiederum bestreiten diese Aussage und behaupten, dass erneuerbare Energien eher die Kosten senken würden. Es gibt jedoch viele Stromkonzerne, die Ersparnisse nicht an ihre Verbraucher weitergeben.

Steigen die Strompreise weiter?

Die Strompreise in Deutschland sind hoch. Wird die Energiewende für einen weiteren Preisanstieg sorgen? Mit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) erhalten die Betreiber von Öko-Kraftwerken für eine bestimmte Zeit eine garantierte Einpreisvergütung für den Strom. Dieser lag jedoch deutlich über dem normalen Marktpreis, was den Ausbau erneuerbarer Energiequellen noch attraktiver gestaltet. Die Kosten dieser Förderung werden jedoch auf den Stromverbrauch umgelegt, sodass sich die Stromrechnung um die EEG-Umlage erhöht. Derzeit zahlen Privatkunden einen Aufschlag von etwa 3,5 Cent pro kWh auf die Stromrechnung. Da im letzten Jahr mehr Windräder gebaut worden sind, rechnet man damit, dass der Aufschlag im kommenden Jahr bei etwa 5 Cent liegen wird. Die Preistreiber seien jedoch Andere. Die Strompreise werden insbesondere deshalb steigen, weil Steinkohle und Gas viel teurer geworden ist. Die großen Stromkonzerne haben schlichtweg richtig abgezockt. Letzten Endes ist es egal, wer der Preistreiber ist. Die Befürchtung ist groß, dass die Bevölkerung die Energiewende weniger akzeptiert, wenn die Strompreise weiterhin ansteigen. Wie der Umschwung also finanziert werden soll, bleibt für die meisten ein offenes Buch. Es kommt also nicht drauf an, ob die Energiewende gelingt, sondern wie.